Dies & das

Meine Antwort an den Vermieter

meine antwort an den vermieter

Meine Antwort an den Vermieter. Wie ich hier ja schon berichtete, wurde mir letzten Donnerstag vom Vermieter mitgeteilt, dass mehr nicht zu tun sei. Hm, nun saß ich da inmitten des Kokelgeruchs und hatte Angst, dass mir irgendwann – sehr bald oder später – die Bude um die Ohren fliegt. Sonntag telefonierte ich dann mit meinem Vater, der mal bei den Stadtwerken Duisburg gearbeitet hat. Er gab mir somit den Rat, bei den Krefelder Stadtwerken anzurufen.

So surfte ich auf die SWK-Website, und siehe da, für Störungen haben sie 24/7 „geöffnet”. Es war Sonntag abend, und ich überlegte, ob ich da jetzt tatsächlich anrufen solle oder nicht. Nach einiger Überlegung tat ich es dann. Kurze Zeit später kam jemand – ein Elektrofachmann der NGN (gehört zur SWK). Er checkte die Kabellage in meinem Verteiler sowie unten am Zähler. Damit war soweit alles in Ordnung, doch auch er nahm den Kokelgeruch wahr, der meinem Verteilerkasten entfleucht. Er entschuldigte sich und meinte, dass er mir deswegen nun den Strom abstellen müsse.

Okeeh, das machte mir in diesem Moment nicht sooo viel aus, da es mich auch beruhigte. Denn ohne Strom konnte meine Wohnung ja nicht in die Luft fliegen. So saß ich also bei Kerzenschein in meiner Küche und unterrichtete beide Töchter des Vermieters über meine Lage. Meine Handlung fanden sie natürlich nicht toll, bestellten aber nochmal einen anderen (den hauseigenen) Elektriker, der mittags kam. Der rüstete also vorgestern u.a. FI-Schutzschalter in meinem Verteiler nach, checkte auch ein paar Steckdosen, die längst nicht alle in Ordnung waren. Zudem nahm auch er den Kokelgeruch in dem Sicherungskasten wahr. Und nicht nur dort – sondern auch im Stromkabelschacht, der sich im Hausflur befindet.

Noch am selben Abend bekam ich folgende E-Mail von Seiten des Vermieters:

Hallo Frau Hoffmann,

inzwischen hat meine Schwester – wie Sie wissen – erneut einen Elektriker bestellt, um Ihre Stromquelle nach Abschaltung durch die NGN wieder in Gang zu setzen. Sie hat bewusst einen anderen Elektriker hinzugezogen. Elektriker Nr. 2 kommt zu demselben Ergebnis wie Elektriker Nr. 1 – sprich er bestätigt Nr. 1, dass kein Defekt vorliegt.

Jetzt sind wir mehr als unserer Sorgfaltspflicht nachgekommen. Sie haben die Feuerwehr bestellt, wir den Schornsteinfeger, einen Elektriker, der bestätigt hat, dass kein Defekt und keine Gefahr besteht und nun – durch Sie bei der NGN initiiert – einen zweiten Elektriker, der nicht nötig war, da er lediglich Meinung Nr. 1 abgesegnet hat. Wir können froh sein, dass wir die Handwerker noch kurz vor Weihnachten mobilisieren konnten. Ihre Terminbücher sind bekanntermaßen randvoll. Sollten Sie also noch einmal den Strom von der NGN abschalten lassen, dann können wir sicher keinen Elektriker vor den Feiertagen für die Freischaltung bekommen. Außerdem ist zu überlegen, wie mit den entstandenen Kosten zu verfahren ist. 

Ich habe am vergangenen Wochenende noch mit einem Freund von der Feuerwehr über Ihren Fall gesprochen. Er sagt, dass möglicherweise neue oder auch sehr alte Elektrogeräte in der Wohnung zu solchen Gerüchen führen könnten. Er rät Ihnen zu überlegen, welche Gerätschaften angeschlossen sind und ob alle in Ordnung sind bzw. ordnungsgemäß installiert sind. Manchmal macht sogar eine verstaubte Glühbirne bei einer Deckenleuchte oder einer Stehlampe einen unangenehmen Geruch. Aber da kann Ihnen ja sicher auch Ihr Bruder, der, wie Sie sagten, Elektriker ist, helfen.

Mit Mühe habe ich noch vor Weihnachten einen Termin mit dem Installateur der Firma Koch zustande gebracht. Er schaut nach Ihrer Armatur, die hoffentlich ordnungsgemäß gepflegt wurde.  

Sie sind sicher jetzt zufrieden, dass von unserer Seite aus alles Notwendige getan wurde. 

Meine Antwort an den Vermieter

Hallo Frau X,

ersteinmal sei gesagt, dass von Zufriedenheit nicht die Rede sein kann, sondern höchstens von einer Beruhigung meiner Nerven. So habe ich auch nichts initiiert, sondern schlicht und ergreifend Angst um mein Leben gehabt. Und der gute Mann vom NGN hat den Strom keineswegs aus Spaß abgedreht, sondern wegen des Brand-/Kokel-/Kamingeruchs, der aus dem Verteilerkasten kam/kommt.

Und das nicht nur dort: So hat Elektriker Nr. 2 festgestellt, dass dieser Geruch ebenfalls im Stromkabelschacht – der sich im Hausflur befindet und zu meinem Verteilerkasten führt – vorhanden ist.

Zudem wurde der besagte Geruch – aus dem Verteilerkasten kommend – mehrmals amtlich festgestellt, und zwar von
1. der Feuerwehr
2. dem Elektriker Nr. 1
3. dem Elektrofachmann des NGN
4. dem Elektriker Nr. 2

Von Elektriker Nr. 1 wurde Ihnen (Ihrer Schwester) sogar eine Gasmessung ans Herz gelegt. Muss noch der Papst persönlich anreisen und auf die Bibel schwören, dass von dort tatsächlich ein Brand-/Kokel-/Kamingeruch ausgeht? Dass Sie jetzt eine verstaubte Glühlampe als Ursache für den Brand-/Kokel-/Kamingeruch heranzuziehen versuchen, ist an Lächerlichkeit nicht mehr zu überbieten. Außerdem kann ein Feuerwehrmann die ganze Lage nur beurteilen, wenn er mal vor Ort gewesen ist.

Elektriker Nr. 2 hat gestern im Verteilerkasten u.a. festgestellt, dass ein oder zwei Kabel nicht ordnungsgemäß verlegt waren. Desweiteren hat er die fehlenden  FI-Schutzschalter nachgerüstet. Und beim Überprüfen einiger Steckdosen stellte er ebenfalls Mängel fest, weswegen er nochmal kommen will/muss.

Nun zu meinen Haushaltsgeräten. Brandneu sind:

E-Herd (AEG)
Kühlschrank (Liebherr)
TV-Gerät (Sony)
Computermonitor (EIZO)
Router (Telekom)
Mediareceiver (Telekom)

All diese Geräte wurden fachmännisch angeschlossen und verströmen selbst keinerlei Brand-/Kokel-/Kamingeruch. Genauso wenig wie ich jemals eine Glühlampe im Verteilerkasten oder im Stromkabelschacht auf dem Flur installiert habe.

Und dass Sie mir nach meiner ersten Mail bezüglich des Brand-/Kokel-/Kamingeruchs ersteinmal mit der Rechnung drohten, oder dass Ihre Schwester mir gestern nicht von sich aus mitgeteilt hat, dass ein Elektriker bestellt ist und nach einigen anderen Verhaltensweisen von Ihnen… das alles ist in meinen Augen fahrlässige Körperverletzung.

Sowie Sie jedes Mal, wirklich j_e_d_e_s Mal, wenn ich ein Anliegen habe, Sie ersteinmal mir die Schuld in die Schuhe schieben wollen. Das empfinde ich als eine bodenlose Frechheit. Siehe z.B., was die Badezimmerarmatur betrifft. Die Perlatoren sind z.B. weniger verkalkt als mit Roststückchen versehen, die ich jedes Mal, wenn ich sie abschraube und säubere, herausfische. Außerdem trockne ich die Armaturen nach jedem Gebrauch mit einem Handtuch bzw. Waschlappen ab.

Sie beziehen regelmäßig Miete von mir, die Elektrik wurde jedoch in den 15,5 Jahren, die ich hier wohne, noch nie regelmäßig gründlich überprüft und auf dem neuesten Sicherheitsstandard gehalten. Genauso wenig wurde mal der Flur gestrichen oder der Waschkeller saniert. Sprich, hier wird von Ihrer Seite aus gar nichts gemacht. Wenn was ist, wird man erstmal beschuldigt, die Ursache des Problems zu sein. Das finde ich absolut nicht ok.

Wie fänden Sie es eigentlich, wenn aus Ihrem Verteilerkasten ein Brand-/Kokel-/Kamingeruch entfleuchen würde? Ich könnte mir vorstellen, nein, ich bin mir sicher, dass Sie nicht nur die Kabel überprüfen lassen würden, sondern auch unbedingt würden wissen wollen, woher der Geruch kommt und ob dieser z.B. Kohlenmonoxid und somit gesundheitsschädigend und gefährlich wäre etc. Und Sie die Quelle finden und dann abstellen wollen würden. Hab ich recht? Ja.

Der Schornsteinfeger hat im übrigen KEINE Messung durchgeführt. Sein Aufenthalt in meiner Wohnung betrug nicht mehr als 20 Sekunden, in der er kurz seinen Kopf in Bad und Küche hielt und auf meine Bitte hin nur kurz am Verteilerkasten roch. Daraufhin meinte er, es sei alles in Ordnung. Hm. War er von Ihnen nur des Guckens wegen beauftragt? Schließlich hat er doch entsprechende Messgeräte, oder? Ansonsten sollte mal eine Messung durch eine darauf spezialisierte Firma durchgeführt werden.

Muss es hier tatsächlich erst lichterloh brennen, bevor Sie richtig in die Pötte kommen? Tja, dann wäre es wohl zu spät. Es ist Ihr Haus, nicht meins. Von daher sind sie ganz allein für die Sicherheit zuständig; und das nicht nur für Kabel, sondern auch für Brand-/Kokel-/Kamingerüche, die an einer Stelle austreten, wo sie absolut nicht hingehören.

So werde ich mich selbstverständlich NICHT an irgendwelchen Kosten beteiligen. Das tue ich schon mit meinen Mietzahlungen. In den vergangenen 15,5 Jahren zahlte ich Ihnen eine Kaltmiete von 74.214 Euro. Mit Nebenkosten sind es ca. 89.094 Euro. Da sollte doch was für die Sicherheit drin sein.

MIt freundlichen Grüßen blabla

Mietminderung

Ich erwäge, eine weitere Mail hinterher zu schicken, in der ich ihm und seinen Töchtern mitteilen will, dass ich ab dem 01.01.2020 meine Mietzahlung so drastisch, wie mir das hier alles psychisch zusetzt, mindern werde, sofern sie nicht nach der Ursache/Quelle des Kokelgeruchs suchen würden. Falls ich noch solange leben sollte.

Da fiel mir gerade noch ein, dass mein Vermieter vor etlichen Jahren mal dieses Haus, in dem ich wohne, verkaufen wollte. Und deswegen fiese Immobilienmakler schickte, die mich aus der Wohnung rausekeln wollten. Ist das jetzt ihre neue Masche? Hm, was auch immer.

Foto: deposithpotos

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