Dies & das

Männerbesuch

Männerbesuch

Männerbesuch. Gestern bevölkerte eine Gruppe von Männern meine Wohnung. Sie trugen Uniform, manche sogar Gasmasken. Nein, es waren nicht die Chippendales, schließlich wackelten sie weder mit dem Po noch rissen sie sich ihre Kleidung vom Leib. Sondern sie inspizierten jedes meiner Zimmer mit so einer Art Wärmebildkamera. Es war ein Trupp der leibhaftigen Feuerwehr, zu der auch eine hübsche Frau gehörte.

Was war also passiert?! Aalsoo: Mittags bemerkte ich in meiner Diele einen verkokelten Geruch. Sofort guckte ich nach meinem Herd, auf dem ich mir kurz zuvor etwas warm gemacht hatte. Negativ. Der Herd war aus, und aus der Küche kam der Geruch auch nicht. Ich hielt meine Nase in meine anderen Räume, aber der Geruch kam definitiv aus der Diele. Dort befindet sich der Sicherungskasten, also schnupperte ich auch daran und stellte fest, dass der verkokelte Geruch aus dem Sicherungskasten kam.

Ich bekam es mit der Angst zu tun. Überlegte, was jetzt zu tun sei. Nach ein paar Gedankengängen entschloss ich mich, die 112 zu wählen. Ich erklärte dem netten Herrn, was Sache war, und kurze Zeit später kamen sie. Mit Krankenwagen und drei Löschfahrzeugen. Ja, drei. Sie stürmten in meine Wohnung, einige von ihnen trugen Gasmasken – erwähnte ich ja schon. Und inspizierten jedes Zimmer.

Männerbesuch, schneller als die Feuerwehr

Dass meine Wohnung zu dem Zeitpunkt nicht gerade sehr aufgeräumt und auch staubig war (im Badezimmer tummelten sich ein paar Wollmäuse), tangierte mich wenig. Ok, ein bisschen schon. Aber ich war beruhigt, dass auch die Feuerwehrleute den Geruch wahrnahmen. Da sie aber keine heiße Quelle ausfindig machen konnten, rückten sie bald wieder ab. Meine Sorge, den Einsatz selber bezahlen zu müssen, nahmen sie mir. Sie rieten mir sogar, wenn nochmal was sei, solle ich wieder anrufen. Und die Wohnung lüften.

Gesagt, getan. Ich riss also alle Fenster weit auf, machte Durchzug. Doch nach dem Schließen der Fenster wieder dasselbe. Der Brandgeruch war wieder da. Die Feuerwehr wollte ich aber nicht nochmal rufen, so schrieb ich meiner Vermieterin ne Mail. Ihre Antwort war, dass sie selbstverständlich einen Elektriker beauftragen würde, ich die Rechnung jedoch selber zu bezahlen hätte, falls da nichts wäre. WTF?!

Kurz nachdem die Feuerwehr weg war, schellte es. Ich dachte, sie hätten was vergessen. Nein, es war ein Polizist, der einen Bericht schreiben musste, da die Straße wegen des Feuerwehreinsatzes gesperrt werden musste.

Ich befürchtete nun doch, alles selber latzen zu müssen und die kommende Nacht nicht schlafen zu können. Erwog kurz, draußen zu schlafen. Oder falls ein Feuer ausbrechen sollte, vom ersten Stock aus dem Fenster zu springen. Was ohne Sprungtuch doof wäre. Also würde ich vorher doch nochmal die 112 anrufen.

Nun denn, ich kontaktierte aber zuerst meinen Bruder, der Elektromeister bei Bayer Uerdingen ist (wohnt aber weiter weg). Dieser ging mit mir nochmal alles durch, z.B. ob ich einen Durchlauferhitzer oder sonst was angestellt habe. Haha, angestellt. Abschließend meinte er, es könne sein, dass im Sicherungskasten ein Kabel nicht mehr richtig in der Lüsterklemme steckt. Das werde ich ja spätestens dann erfahren, wenn ein Elektriker sich das mal endlich anschaut.

Fazit

Gott sei Dank habe ich meine Familie. Meinen Bruder, meine Eltern, meine Schwester. Und natürlich meine beiden Töchter. Mein Sisterheart erheiterte mich ja schon letzte Woche mit einer lustigen, aber für sie auch etwas ärgerlichen Anekdote. Ebenso stand mir gestern abend meine jüngere Tochter, die in Heidelberg lebt, in einem langen Telefongespräch bei.

Und bevor ich das nächste Mal die Feuerwehr rufe, werde ich meine Wohnung auf Hochglanz bringen!

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