Dies & das

Ich parshüppe jetzt

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Ich parshüppe jetzt. Also das ist ja mal voll die Verarsche. Ich bin jetzt seit weit über 11 Minuten da angemeldet und habe mich noch nicht verliebt. Wie soll das auch gehen, wenn man nur ca. 2 x 2 cm große Bildchen (rund, keine Quadrate) zu sehen bekommt. Die dazu noch verschwommen sind und die Kerle teilweise wie Aliens aussehen. Die wollen mich wohl auf die Schüppe nehmen. Hey man, ich will was sehen, und zwar sofort!

Und wenn man sich dort anmeldet, muss man erstmal 100.000.000 Fragen beantworten. Da hatte ich dann ja beinah schon keine Lust mehr. Die wollten sogar wissen, bei wieviel Grad ich mich in einer Wohnung wohl fühle. Nun ja, kommt drauf an, nä? Wenn ich putze, unter 21°. Es sollten aber über 21° sein, wenn ich Sex habe. Blindflug unter der Bettdecke? Nee, ich will sehen, was da auf mich zukommt.

Bei FriendScout24 war das damals alles viel einfacher. Heißt jetzt übrigens LoveScout24 und ist kostenpflichtig. Also da haste auch ein paar wenige Fragen beantworten müssen, konntest dein Bild hochladen – welches dann in Klarsicht erschien – und fertig.

Ich parshüppe jetzt

Ach ja, einen Nickname musstest du dir noch aussuchen. Meiner war blackdiamond. Oh Jesses, meine ersten Schritte ins Internet… Da war ich so Ende dreißig, und es fing alles an mit Chatten. Das war ja schon der Oberburner, obwohl mir das letztendlich nicht viel gegeben hat.

Dann lernte ich FriendScout24 kennen. Dort wurde ich von etlichen Typen angetickert, von denen ich die meisten jedoch direkt in die Tonne warf. Aber es gab auch andere. Mit denen ich mich traf – in the Real Life. In meiner Wohnung. Ich nahm, wer mir gefiel. Nicht, um eine Beziehung einzugehen, sondern um Spaß zu haben. Welcome to the jungle.

Dazu muss man wissen, dass ich zuvor dreimal verheiratet war, alle drei Ehen aber beendete. Weil sie mir nicht gut taten. Danach hatte ich die Schnauze von Heteromännern dermaßen voll, dass ich eine ganze Zeit lang nur mit Schwulen meine Freizeit verbrachte. Diese Zeit war soooo geil – soviel gelacht hatte ich mein ganzes Leben zuvor nicht. Und das Schöne war, diese Männer wollten alles von mir, nur keinen Sex.

Nach nem Jahr oder so entflammte mein Interesse an Heteros dann wieder – nur anders. Ich war selbstbewusster geworden und wollte Spaß, nur Spaß. Ich kann mich von den drei FriendScout-Bekanntschaften nur von einem an den Namen erinnern, Eric. Eric aus Mönchengladbach. Der mit seinem Roller zu mir nach Duisburg kam. Dann war da noch ein Netter. Durch die beiden lernte ich Cunnilingus kennen. Oh_mein_Gott.

Der Ständer

Der dritte war total steif – also im Ganzen. Und er meinte, er könne sich nie in eine Frau verlieben, die geblümte Nachthemden tragen würde. Auf meinem Ständer (in einem anderen Zimmer) hing jedoch ein Nachthemd. Nicht mit Blümchen, aber eines mit Muster. Sowas meine ich, sagte er. Tja, dass ich mit ihm den schlechtesten Sex hatte, sagte ich ihm aber nicht. So sahen wir uns nie wieder.

Eric jedoch rief nach fast einem Jahr nochmal an. Es kam mit ihm aber zu keinem Cunnilingus mehr, denn ich hatte dieses Leben schon aufgegeben. Aber nicht, ohne vorher in Düsseldorf mein Unwesen zu treiben.

duesseldorf rhein fernsehturm

Dort war ich u.a. mit meiner besten Freundin U. unterwegs. Oft aber auch alleine.

Düsseldorfer Altstadt

Dort fanden sich sehr viele Vereine (Fußball, Handball) ein, um ihren Junggesellenabschied zu feiern. Und wir feierten oft mit, indem wir ein paar Biere mittranken. Zu denen wir natürlich eingeladen wurden. U. hielt sich dann schon mal an einen von denen, ich hatte es mehr auf die Kellner der Altstadt abgesehen.

So war da T., ein animalisch gut aussehender Kellner, der mir mal einfach so an den Po grapschte. Was ich natürlich gut fand. So verschwanden wir schon mal in einen dunklen Gang und knutschten, was er aber leider so gar nicht konnte. Oder wollte. Ein ander Mal ließen wir uns auf der Herrentoilette nieder, um dort ein wenig rumzumachen. T. verließ dann als erster die Toilette, ich einige Sekunden später. Die Blicke und Reaktionen der Typen, die am Pissoir standen… un_be_zahl_bar.

Dann gab es noch D., einen Kellner eines anderen Lokals. Mit ihm verschwand ich für einige Zeit in ein Separée, in dem sich ein großes Bett befand. Eine richtig schöne Spielwiese. Wir spielten auch eine Zeitlang richtig schön, doch es kam nicht zum Geschlechtsverkehr. Ich dachte, ok, kann einem Mann ja mal passieren. Ein paar Tage später erfuhr ich, dass D. schwul war.

Hörner abstoßen

So habe ich mir die Hörner ordentlich abgestoßen, wenn auch etwas später als so manch eine(r). Aber ich habe es getan. Und das war gut so. Gut für mich und mein Ego. Es waren alles nette Kerle, die ich mir da ausgesucht hatte und die wie ich keine Beziehung wollten. Also hat alles wunderbar gepasst.

Nun muss ich hier irgendwie zum Abschluss kommen… Ach ja, ich parshüppe jetzt nicht mehr. Mein Profil habe ich wieder gelöscht. Ich war nur neugierig, wie das da so ist. Es ist scheiße. Zwei Typen hatten mich übrigens schon angeschrieben: Ein Servicereisender, der sich als lebenslustig, liebevoll und humorvoll ausgibt. Servicereisender, ja nee is klar. Und ein Berufskraftfahrer, der liebevoll, humorvoll und einfühlsam sein will. Okeee. Äh, och nöö, ich kann mir auch selber Gutes tun.

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Ooor, was du schon wieder denkst, tsts 😜.

In diesem Sinne, lass es dir gut gehen an diesem Wochenende – und auch sonst ❤️😊

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